Wenn euer Geografie-/Erdkundelehrer den zweitgrößten Inselstaat Europas für durchnehmenswert befunden hat, wisst ihr vielleicht, dass Island lediglich über 300.000 Einwohner verfügt.
Neben der sehr hohen Wahrscheinlichkeit, in irgendeiner Form mit Sängerin Björk verwandt zu sein, bringt das isländische "Untersichbleibenwollen" aber auch ein großes Problem mit sich: Jede romantische Beziehung wird von der Frage überschattet, wie nahe sich die Liebenden verwandtschaftlich stehen.
Und damit meine ich nicht: Hatten Crewmitglieder auf dem Wikingerschiff von Gardar Svavarsson mal etwas miteinander, sondern: Was, wenn unsere Urgroßeltern dieselben sind? Offensichtlich handelt es sich nicht um eine Seltenheit, dass Cousins und Cousinen dritten oder vierten Grades (unwissentlich) Kinder miteinander zeugen. Das ist den meisten Isländern dann aber doch ein bisschen zu viel "Untersichbleiben".
Aus diesem Grunde gibt es "Íslendingabók" (zu Deutsch: "Das Buch der Isländer"). Die Webseite ist mit einer riesigen Datenbank ausgestattet, die Aufschluss über nahezu alle möglichen familiären Bande und Verknüpfungen der Bevölkerung gibt. Die Seite wurde von Genforschern und einer großen Softwarefirma ins Leben gerufen und ersetzt häufig die leidige Kennenlernfrage "Hverra manna ert þú?" ("Wer sind deine Leute?").
Doch nicht nur potenzielle Verwandtenhochzeiten lassen sich so verhindern, viele Isländer nutzen die Datenbank auch, um wiederkehrende Erbkrankheiten zurückzuverfolgen oder Auskunft über Fruchtbarkeitsfragen zu erhalten.
Bildquelle: Bromr at nl.wikipedia
























