Integration ist immer ein mächtiges Wort. Wie fügt man sich in eine Gesellschaft ein, wie passt man sich an, ohne sich selbst, seinen Hintergrund und seine Kultur zu verlieren? Immer wieder werden Kritiken laut, dass gerade Türkischstämmige in Deutschland gegenüber anderen Ausländern anders behandelt, sogar diskriminiert werden.
Wenn es zum Beispiel um ein Visum geht oder darum, dass der Ehegatte nachzieht, dann sei das als Türke schwerer, als für einen anderen Nichtmuttersprachler. Das wurde in einer Fachtagung zum Thema Integration vom Max-Planck-Institut und der Deutsch-Türkischen Juristenvereinigung deutlich gemacht. Auch viele türkischstämmige Jugendliche haben schon Ausgrenzungen wegstecken müssen und sei es, weil sie nicht in einen Club dürfen (Grund: Türke). Um unter anderem solche Fragen zu erörtern, gibt es einen eigenen Gipfel - den Integrationsgipfel.
Rassismus statts Integration?
Die Schwerpunkte des fünften Integrationsgipfels, der heute im Bundeskanzleramt in Berlin stattfindet, sollen vor allem die Sprachförderung für Ausländer und deren Eingliederung im öffentlichen Dienst sein. Die Bundesregierung will, dass es in Zukunft mehr Angestellte mit Migrantenhintergrund in Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebieten gibt. In einem Aktionsplan sollen dann realistische Ziele rund um die Integration vorgestellt werden.
Doch so arbeitsam das klingt, vor dem Gipfel hagelte es schon kräftig Kritik. Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Aydan Özoguz spricht davon, dass es sich beim Gipfel lediglich nur noch um ein Symbol handeln würde. Auch die Grünen wollen endlich einmal Taten sehen und nicht nur Treffen, Reden und Pläne.
Die "Diskriminierung von Türken" wird beim Integrationsgipfel zur Debatte stehen müssen, denn diese schafft keine Integration, sondern unterstützt den Rassismus.
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