Jahrelang habe ich darauf gewartet, endlich auf den eigenen Beinen zu stehen und unabhängig zu sein. Von der Schule nach Hause kommen, Mittagessen, Hausaufgaben erledigen, mit Freunden treffen, Abendessen, Schlafen. Der immer wiederkehrende Alltag hing mir zum Hals heraus und ich wollte um jeden Preis das 800-Seelenkaff, in dem ich wohnte, so schnell es geht verlassen. Natürlich war mir bewusst, dass ich, zumindest unter der Woche, ohne mein gewohntes Umfeld klarkommen muss. Also entschied ich mich für die nächstgrößere Stadt in der Umgebung, das war das 120 Kilometer entfernte Köln. Meine damalige Freundin und mein bester Freund haben ebenfalls den Schritt nach „Kölle“ gewagt, deshalb fiel mir das „Auswandern“ nicht allzu schwer.
Wenn aus Hotel Mama die eigene Wohnung wird…
…bedeutet das, dass man sich um Wäsche, ein geputztes Bad und Verpflegung selbst kümmern muss. Und das ist weiß Gott nicht immer einfach, wenn man die letzen 18 Jahren ein absolutes Mama-Kind war! Plötzlich realisiert man, dass man im zuhause ausgecheckt hat und einen neuer Lebensabschnitt eingezogen ist.
Eigene Wohnung oder in eine WG ziehen?
Nicht jeder macht es so wie ich, der sich von Anfang an nach einer WG umgeschaut hat. Viele lieben die Stille und Gelassenheit die man hat, wenn man alleine in einer Wohnung wohnt. Jedoch lernt man gerade wenn man in eine fremde Stadt geht, sehr viel einfacher neue Leute kennen, wenn man in eine WG zieht. Mitbewohner werden da schnell zu richtig dicken Freunden! Man kocht zusammen, geht abends gemeinsam auf die Piste und chillt gemütlich auf der Couch beim DVD-Abend. Hätte ich den WG-Schritt nicht gewagt, würde ich jetzt keinen New-Yorker oder zwei super nette Bulgarin kennen. Natürlich hat das zusammen Wohnen unter Umständen auch Nachteile. Vieles muss man sich teilen, man hat einen gemeinsamen Kühlschrank und der Putz-Plan muss fair erstellt sein – sonst kann es schnell zu Krach kommen! Ist man allerdings ein halbwegs geselliger und loyaler Typ Mensch, kommt es dazu an und für sich nicht.
Soll ich das Abenteuer neue Stadt wagen oder doch lieber in der Nähe vom gewohnten Heim bleiben?
Schon mit so vielen Leuten habe ich über neue Städte, große Abenteuer und ferne Länder diskutiert. Immer wieder war ich fasziniert, wenn mir jemand berichten konnte, dass er ein Jahr lang n London, zwei in Berlin und ein weiteres in Singapur lebte. Das ist doch geil´ nen richtiges Abenteuer eben! Als wir bei spickmich m Spätsommer 2009 beschlossen haben, dass wir Anfang 2010 ins 600 Kilometer entfernte Berlin ziehen, war meine Meinung dazu anfangs gespalten. Einerseits konnte ich so nicht mehr nach Hause fahren, wenn es mir danach gelüstete. Von Köln aus waren es gerade einmal 60 Minuten mit dem Zug. Von Berlin aus sind es sechs Stunden mit dem ICE und 100 Euro pro Fahrt. Shit! Andererseits dacht ich mir, dass das genau so ein Abenteuer ist, was man mit jungen 20 Jahren braucht!
Auch wenn das Leben alleine der Hammer ist, freut man sich doch immer wieder nach Hause zu kommen, weil es doch ein Ort zum Zurückziehen und entspannen ist. Wie sieht es bei euch aus, habt ihr Pläne für die Zeit nach der Schule? Wollt ihr ausziehen oder vorerst daheim wohnen bleiben?
Bildquelle: colourbox.com



































Wo kommt der Stress her und was ist die Stress-Skala?
Fühlt man sich einer bestimmten Lebenssituation nicht mehr gewachsen und empfindet diese als belastend, so leidet man offiziell unter Stress. Genau so, wie fast jeder vierte Deutsche! Eigentlich ist Stress ein Wunderwerk der Evolution, denn bei unseren alten Vorfahren sorgte das Stress-Gefühl für die Ausschüttung von gewaltigen Mengen an Hormonen. In Gefahrensituationen stieg die Leistungsfähigkeit des Körpers durch das ausgeschüttete Adrenalin immens, der natürliche Überlebensreflex war geboren. Auch noch heute beobachtet man dieses Phänomen. Feuerwehrleute oder Sanitäter scheinen unter Extrembedingungen wie Maschinen zu arbeiten, ohne ein Anzeichen von Schwäche oder Müdigkeit. Tatsächlich arbeitet ihr Körper aber an seiner Belastungsgrenze, sobald der Stress abfällt und die Personen zur Ruhe kommen, scheinen sie fast ohnmächtig zu werden. Gefühle, welche während des Einsatzes verdrängt wurden, kommen plötzlich hoch – viele begreifen wa