Wenn man in den Medien von Erdbeben berichtet, dann wird für diese Beben meist ein spezieller Wert auf der Richterskala angegeben. Aber woher stammt diese Skala überhaupt, wie zuverlässig ist sie, und gibt es vielleicht noch andere?
Seit Jahrhunderten erschüttern immer wieder teils gewaltige Stöße unseren Erdboden, aber seit 1935 kann man dank Charles Francis Richter und Beno Gutenberg deren Stärke ungefähr bestimmen. Die Richterskala ist international anerkannt und wird, wie eingangs bereits erwähnt, häufig zur Verdeutlichung der Macht einer Bodenerschütterung genutzt.
Das Maß auf dieser Skala ist „M“, was von dem lateinischen Wort „magnitudo“ stammt und „Größe“ bedeutet. Jedes zusätzliche M bedeutet eine Verzehnfachung der Bebenskraft. Ein Beben mit der Stärke 1 M beispielsweise ist nur ein kleines Wackeln der Erde, M 4-5 sind auch noch in 30 Kilometern spürbar und darüber sind die Folgen entsprechend verheerender. Eine Beschränkung nach oben gibt es bei dieser Skala nicht.
Nun kann ein Seismograph mithilfe der Richterskala allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt genaue Werte angeben, spätestens ab M8 taugt sie nicht mehr allzu viel, und selten arbeiten sie weiter als bis zu M 6, 5.
Darum führte der japanische Geophysiker Hiroo Kanamori 1977 die sogenannte „Momenten-Magnituden-Skala" ein, welche die Stärke des Bebens aus der Bruchfläche in der Erde und der durchschnittlichen Verschiebung von Gesteinsbrocken errechnet. Mittels dieser Methode ließ sich unter anderem das vermutlich stärkste jemals gemessene Beben aller Zeiten bestimmen, welches sich 1960 in Chile ereignete und eine Stärke von 9,5 gehabt haben soll.
Im Gegensatz dazu werden bei der Rossi-Forel-, EMS-, JMA- und der MSK-Skala die Erdbeben nicht nach ihrer Kraft in den Bodenschichten oder der Größe ihrer Erdverschiebungen bestimmt, sondern anhand ihrer sichtbaren Auswirkungen auf die Umwelt. Beispielsweise werden durch bestimmte Stärken Leute aus dem Schlaf gerissen, es kommt zu Erdrutschen oder Spaltenbildung im Boden. Diese Skalen werden als „Intensitätsskalen“ bezeichnet.
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